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Praxisnaher Leitfaden oder Bürokratie-Wahnsinn? Neue DIN-Norm sorgt für Diskussionen

Eine geplante DIN-Norm zur „Verkehrssicherheitsüberprüfung von Wohngebäuden“ sorgt für Aufregung. Während das Deutsche Institut für Normung (DIN) betont, dass es sich um eine freiwillige Orientierungshilfe für Eigentümer handele, kritisieren Verbände und Politiker die Vorschläge als kostentreibende Bürokratie.

Laut DIN soll die Norm bestehende Anforderungen in einem praxisnahen Leitfaden bündeln und konkretisieren. "Zusätzliche Kosten, die über die Erfüllung gesetzlicher Pflichten hinausgehen, sind nicht zu erwarten", erklärte das Institut. Der Entwurf umfasst 40 Seiten und behandelt Themen wie die Befestigung von Dachrinnen, die Sicherheit von Balkongeländern oder die Prüfung von Feuerlöschern.

Verbände fordern Rückzug der Norm

Kritik kommt insbesondere von Haus & Grund. Der Verbandspräsident fordert, dass das DIN stattdessen "überflüssige Normen streichen" solle, um bezahlbares Wohnen nicht weiter zu gefährden. Ein zusätzlicher "Gebäude-TÜV"  wird zu einer weiteren Verteuerung des Wohnens führen würde: "Diese Vorschläge sind Irrsinn. Die Nebenkosten steigen schon jetzt stärker als die Kaltmieten.

Politischer Widerstand

Auch aus der Politik kommt Gegenwind. Bayerns Bauminister Christian Bernreiter (CSU) bezeichnete den Norm-Vorstoß als "kontraproduktiv" und als "bürokratischen Wahnsinn". Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) stellte klar: "Einen Bau-TÜV wird es nicht geben. Wir werden Vermieter vor zusätzlicher Bürokratie bewahren und Mieter vor neuen Nebenkosten schützen."

DIN hält an Entwurf fest

Das DIN weist die Kritik zurück und betont, dass die Norm die Verkehrssicherungspflicht erleichtern und langfristig Kosten senken könne. Zudem sei der Entwurf weiterhin zur öffentlichen Kommentierung verfügbar. Bislang seien jedoch keine Stellungnahmen eingegangen. Die Frist für Rückmeldungen endet am 7. April.

Bericht Michael Müller

Quelle: https://www.din.de/

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