Planung, Baustelle, Maschine, Dokumentation und Abrechnung sollen nicht länger in getrennten Datenwelten arbeiten. Auf der INTERGEO 2026 zeigte der BVBS gemeinsam mit vier Softwareanbietern, wie eine herstellerübergreifende Prozesskette im Infrastrukturbau aussehen kann.

Unter dem Titel „Die Technologie ist da – Durchgängige Prozessketten im Infrastrukturbau“ brachte der Bundesverband Software und Digitalisierung im Bauwesen (BVBS) am 15. September auf der INTERGEO in München vier unterschiedliche Bereiche der digitalen Bauprozesskette zusammen: card_1 von IB&T, Infrakit, MTS Schrode und den ISL-Baustellenmanager von isl-kocher.

Dabei ging es weniger um eine einzelne neue Softwarefunktion als um die Frage, wie Informationen durchgehend weitergegeben werden können:

Planung → Modell → Baustelle → Maschine → Dokumentation → Abrechnung.

Vom parametrischen Modell auf die Baustelle

Den Ausgangspunkt bildet unter anderem card_1 mit ConKit. Das System dient der fachlichen und parametrisierten Modellierung im Verkehrswegebau.

Anschließend kommt mit Infrakit eine herstellerneutrale, cloudbasierte Projektplattform ins Spiel. Sie soll Informationen unterschiedlicher Beteiligter und technischer Systeme zusammenführen und insbesondere die Informationssilos zwischen Planung, Bauleitung, Vermessung und Maschinensteuerung auflösen.

Auf der Baustelle übernimmt MTS einen weiteren Teil der Datenkette. Lösungen für Arbeitsvorbereitung, Bauausführung, Bestandsdokumentation und Abrechnung werden dabei mit Maschinen- und Vermessungsdaten verbunden.

Mit LaserX zeigte MTS zudem eine Lösung, mit der schwer zugängliche oder potenziell gefährliche Messpunkte aus der Entfernung aufgenommen werden können.

Datenaustausch zwischen Infrakit, MTS und isl-kocher

Besonders interessant ist die Verbindung der einzelnen Systeme.

Im offiziellen INTERGEO-Programm wird ausdrücklich beschrieben, dass innerhalb der vorgestellten Prozesskette Daten aus Infrakit in die MTS-Systeme importiert und anschließend wieder nach Infrakit exportiert werden können.

Danach ist eine weitere Verarbeitung der Daten in den Lösungen von isl-kocher vorgesehen.

Der ISL-Baustellenmanager führt die Prozesskette schließlich weiter in Richtung Kalkulation, Baustellenmanagement und Abrechnung.

Damit entsteht zumindest für einen wesentlichen Teil der gezeigten Anwendungen eine nachvollziehbare digitale Kette:

Projektplattform → Bauausführung → Vermessung und Dokumentation → kaufmännische Weiterverarbeitung und Abrechnung.

Der eigentliche Punkt: unterschiedliche Systeme statt einer einzigen Plattform

Genau darin liegt die interessante Botschaft der BVBS-Session.

Die Digitalisierung eines Infrastrukturprojektes muss nicht zwingend bedeuten, sämtliche Prozesse innerhalb einer einzigen Softwareplattform abzubilden. Der vorgestellte Ansatz setzt vielmehr darauf, spezialisierte Fachanwendungen über Daten und Schnittstellen miteinander zu verbinden.

Der BVBS spricht ausdrücklich von durchgängigen Prozessketten und stellte mit Infrakit bewusst eine herstellerneutrale Projektplattform in den Mittelpunkt.

Für den Infrastrukturbau könnte genau diese Frage künftig entscheidend werden.

Denn Straßen-, Tiefbau- und Infrastrukturprojekte benötigen Daten nicht nur in einem BIM- oder CAD-System. Sie wandern zwischen Planung, Vermessung, Maschinensteuerung, Bauleitung, Dokumentation, Mengenermittlung, AVA und schließlich der Abrechnung.

Je weniger dabei Informationen manuell neu eingegeben oder über proprietäre Zwischenschritte übertragen werden müssen, desto näher kommt die Branche einer tatsächlich durchgängigen digitalen Bauprozesskette.

Einordnung

Die BVBS-Session zeigt damit einen Gegenentwurf zu stark zentralisierten Plattformstrategien großer Softwarehersteller:

Nicht eine Anwendung soll sämtliche Prozesse übernehmen – unterschiedliche Fachsysteme sollen ihre Daten möglichst verlustfrei miteinander austauschen können.

Allerdings sollte man dabei unterscheiden: Für Infrakit → MTS → isl-kocher ist der Datenaustausch im offiziellen INTERGEO-Programm ausdrücklich beschrieben. Eine vollständig dokumentierte direkte technische Kopplung aller vier vorgestellten Systeme einschließlich card_1 ist daraus noch nicht abzuleiten.

Trotzdem ist die Richtung bemerkenswert.

Denn gerade im öffentlichen Infrastrukturbau dürfte langfristig nicht allein entscheidend sein, welches einzelne Programm eingesetzt wird.

Entscheidend wird sein, ob die Daten das gesamte Projekt überleben.

Quelle: INTERGEO 2026 mit BVBS-Session - BVBS Bundesverband Software und Digitalisierung im Bauwesen e.V.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Die Inhalte wurden redaktionell geprüft, eingeordnet und auf Grundlage der angegebenen Quellen aufbereitet.