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Die Bundesregierung will den Bau neuer Gaskraftwerke mit einer Leistung von rund 12 Gigawatt auf den Weg bringen. Begründet wird das mit Versorgungssicherheit bei Dunkelflauten. Das Problem ist nur: Diese Entscheidung ist teuer, rückwärtsgewandt und klimapolitisch ein schwerer Fehler.
Nach dem aktuellen Gesetzentwurf können auf die Stromkunden ab 2031 zusätzliche Kosten von bis zu 3 Milliarden Euro pro Jahr zukommen. Die Kraftwerke sollen also nicht einfach nur gebaut werden — sie müssen dauerhaft bezahlt werden, damit sie überhaupt bereitstehen. Die Finanzierung soll nach den aktuellen Berichten über eine neue Umlage laufen. Am Ende zahlen also Bürger, Familien, Handwerk, Mittelstand und Industrie über den Strompreis.
Dabei sprechen die Alternativen eine klare Sprache: Mit den grob diskutierten Milliardenbeträgen könnte man hunderttausende bis über eine Million Einfamilienhäuser mit Photovoltaik und Speichern ausstatten oder viele neue Windkraftanlagen bauen. Genau diese Investitionen würden dauerhaft sauberen Strom erzeugen, Stromkosten stabilisieren und CO₂ vermeiden. Stattdessen wird wieder Geld in fossile Infrastruktur gelenkt, die nur dann klimaneutral wäre, wenn künftig ausreichend bezahlbarer grüner Wasserstoff verfügbar ist — genau das ist aber bisher keineswegs gesichert.
Weiterlesen: Milliarden für Gaskraftwerke – eine Entscheidung gegen die Zukunft der Jugend
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Neue Benchmarks zeigen Fortschritte bei Planverständnis, BIM-Koordination und automatisierter Dokumentenprüfung
Die Forschung rund um Künstliche Intelligenz im Bauwesen entwickelt sich derzeit mit hoher Dynamik weiter. Im Mittelpunkt stehen zunehmend sogenannte „agentische KI-Systeme“, die nicht mehr nur Texte generieren oder einzelne Fragen beantworten sollen, sondern eigenständig komplexe Aufgaben aus Planung, BIM-Koordination und Dokumentenmanagement bearbeiten können.
Aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen zeigen, dass sich der Fokus der Entwicklung deutlich verschiebt: Weg von experimentellen KI-Demonstrationen hin zu praxisnahen Systemen, die reale AEC-Workflows (Architecture, Engineering & Construction) analysieren und unterstützen können.
Weiterlesen: KI-Agenten im Bauwesen: Forschung erreicht neue Entwicklungsstufe
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Nordrhein-Westfalen treibt die Digitalisierung im Bauwesen weiter voran: Eine aktuelle Machbarkeitsstudie belegt, dass BIM-gestützte Bauanträge in der Praxis funktionieren und einen spürbaren Mehrwert für Planer, Bauherren und Genehmigungsbehörden bieten. Im Fokus steht dabei die modellbasierte Einreichung von Bauanträgen auf Grundlage strukturierter Gebäudedaten anstelle klassischer Planunterlagen.
Im Rahmen des Projekts „BIM-MRL LBO NRW“ wurde in mehreren Kommunen untersucht, wie digitale Bauwerksmodelle in Genehmigungsverfahren integriert werden können. Wissenschaftlich begleitet wurde die Studie von der Ruhr-Universität Bochum unter Leitung von Prof. Dr. Markus König. Insgesamt neun Bauvorhaben in acht Städten dienten als reale Anwendungsfälle.
Zentraler Bestandteil des Ansatzes ist die Kombination aus Modellierungsrichtlinien, standardisierten Datenstrukturen und digitalen Prüfregeln. Bauanträge werden dabei nicht mehr ausschließlich als Zeichnungen oder PDFs eingereicht, sondern als datenbasierte BIM-Modelle, die automatisiert analysiert und vorgeprüft werden können. Insbesondere wiederkehrende Prüfprozesse – etwa zu Abstandsflächen, Flächenkennwerten oder baurechtlichen Vorgaben – lassen sich so effizienter gestalten.
Weiterlesen: BIM-Bauantrag in NRW: Modellbasierte Genehmigung besteht Praxistest
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Die Europäische Union arbeitet an einem gemeinsamen digitalen Ordnungsrahmen für Gebäudedaten. Nach aktuellen Planungen soll das Europäische Komitee für Normung CEN Grundlagen für sogenannte digitale Gebäudelogbücher erarbeiten. Damit soll künftig klarer geregelt werden, welche Informationen zu einem Gebäude digital erfasst, strukturiert weitergegeben und dauerhaft fortgeschrieben werden können.
Digitale Gebäudelogbücher gelten als wichtiger Baustein für eine datenbasierte Bau- und Immobilienwirtschaft. Sie können technische, energetische, administrative und betriebliche Informationen eines Gebäudes zusammenführen. Dazu zählen beispielsweise Angaben zu Planung, Genehmigung, Bauausführung, Energieeffizienz, Sanierung, Wartung, eingesetzten Produkten, Materialien und späterem Rückbau.
Nach dem derzeit bekannten Fahrplan sind zwei Normungsschwerpunkte vorgesehen. Zum einen soll ein europäischer Rahmen für Aufbau und Anwendung digitaler Gebäudelogbücher entstehen. Zum anderen ist ein gemeinsames Kerndatenschema geplant, das den Austausch und die Auswertung von Gebäudedaten vereinfachen soll. Die entsprechenden europäischen Normen sollen nach aktuellem Stand bis Ende Oktober 2028 vorliegen.
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