Mit nVibe stellt der Softwareentwickler nCircleTech eine KI-gestützte Entwicklungsplattform für die Bau- und Planungsbranche vor. Fachanwender sollen damit eigene Anwendungen und Automatisierungen erstellen können, ohne selbst programmieren zu müssen. Besonders interessant ist der Ansatz für BIM-Koordination, Projektmanagement und wiederkehrende Arbeitsabläufe.

Von der Arbeitsbeschreibung zur fertigen Anwendung

In Bauunternehmen und Planungsbüros entstehen täglich wiederkehrende Aufgaben, die sich grundsätzlich automatisieren lassen. Allerdings fehlen häufig die Zeit, die personellen Ressourcen oder die Programmierkenntnisse, um dafür eigene Softwarelösungen zu entwickeln.

Hier setzt nVibe an. Die Plattform richtet sich an Fachleute aus Architektur, Ingenieurwesen und Bauwirtschaft (AEC). Anwender beschreiben in natürlicher Sprache, welche Aufgabe eine Anwendung übernehmen soll. Eine KI soll daraus eine funktionsfähige Softwarelösung erstellen.

Der Ansatz wird als Vibe Coding bezeichnet. Dabei übernimmt künstliche Intelligenz wesentliche Teile der Programmierung, während der Anwender Anforderungen und gewünschte Funktionen beschreibt.

Speziell für BIM und Bauprozesse entwickelt

Nach Angaben von nCircleTech unterscheidet sich nVibe von allgemeinen KI-Programmierwerkzeugen durch die Berücksichtigung branchenspezifischer Begriffe und Arbeitsabläufe.

Dazu gehören unter anderem:

  • BIM-Modellierungs- und Koordinationsprozesse

  • Projektstrukturpläne und Work Breakdown Structures (WBS)

  • Informationsanfragen im Bauprojekt (RFIs)

  • Dokumentenprüfungen und Freigabeprozesse

  • Detaillierungsgrade von BIM-Modellen (LoD 100 bis 500)

  • Qualitätskontrolle und Projektdokumentation

Die Plattform soll damit Anforderungen aus Bauprojekten besser einordnen können, ohne dass Anwender der KI zunächst sämtliche Fachbegriffe erklären müssen.

Schnittstellen zu Autodesk, SAP und weiteren Systemen

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die Verbindung unterschiedlicher Softwareumgebungen.

nCircleTech nennt bereits vorbereitete Anbindungen an Autodesk Forma, Autodesk Platform Services (APS), das Autodesk AEC Data Model sowie SAP und weitere ERP-Systeme. Auch das Model Context Protocol (MCP) wird unterstützt.

Integrationen für Navisworks, Procore, AutoCAD und Revit werden ebenfalls angekündigt. Dabei ist zwischen bereits bereitgestellten Schnittstellen und geplanten Integrationen zu unterscheiden.

Eigene Revit-Erweiterungen durch Texteingabe

Besonders interessant für BIM-Anwender ist die Variante nVibe for Revit.

Damit sollen sich aus natürlichsprachlichen Anweisungen native Revit-Erweiterungen erzeugen lassen. Diese können anschließend als eigene Werkzeuge in der Revit-Benutzeroberfläche erscheinen.

Denkbare Einsatzgebiete sind beispielsweise automatisierte Modellprüfungen, die Kontrolle von Bauteilinformationen oder die Erstellung projektbezogener Auswertungen.

Ob und mit welcher Zuverlässigkeit sich komplexe Revit-Funktionen auf diese Weise erzeugen lassen, muss die praktische Anwendung zeigen.

Einsatzmöglichkeiten auf der Baustelle und im Planungsbüro

Als mögliche Anwendungsfälle nennt nCircleTech unter anderem Dashboards zur Nachverfolgung von Modellkonflikten, digitale Checklisten für Qualitätsprüfungen und Gebäudeübergaben sowie Übersichten zu Personal, Arbeitssicherheit und Baufortschritt.

Damit könnten Unternehmen Anwendungen entwickeln, die auf ihre eigenen Projektabläufe zugeschnitten sind, anstatt ausschließlich auf standardisierte Softwarefunktionen zurückzugreifen.

Die Anwendungen werden nach Herstellerangaben in einer abgeschirmten Entwicklungsumgebung erstellt. IT-Verantwortliche sollen weiterhin über Berechtigungen, Sicherheit und Bereitstellung entscheiden können.

Keine Programmierkenntnisse – aber weiterhin Prüfbedarf

Die Möglichkeit, Anwendungen ohne klassische Programmierung zu erstellen, bedeutet nicht, dass diese automatisch fehlerfrei oder unmittelbar für den produktiven Einsatz geeignet sind.

Gerade bei BIM-Daten, Kosteninformationen, sicherheitsrelevanten Prüfungen oder automatisierten Entscheidungen müssen erzeugte Anwendungen fachlich kontrolliert und getestet werden.

Auch Datenschutz, Schnittstellenberechtigungen, Softwarewartung und die Nachvollziehbarkeit automatisierter Prozesse bleiben wichtige Fragen.

nCircleTech erklärt zudem, dass nach der KI-gestützten Erstellung einer Anwendung deren spätere Ausführung ohne weitere KI-Token möglich sein soll. Welche Kosten für Entwicklung, Betrieb und Bereitstellung anfallen, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Ein interessanter Ansatz für die Digitalisierung der Bauwirtschaft

Mit nVibe könnte sich die Entwicklung kleiner, spezialisierter Softwarewerkzeuge stärker in die Fachabteilungen verlagern.

BIM-Koordinatoren, Bauleiter oder Projektverantwortliche könnten künftig selbst Anwendungen für wiederkehrende Aufgaben erstellen, ohne für jede Anpassung eine externe Softwareentwicklung beauftragen zu müssen.

Entscheidend wird sein, wie zuverlässig die Plattform tatsächlich funktioniert, welche Schnittstellen produktiv nutzbar sind und wie sich Sicherheit und Qualität der erzeugten Anwendungen gewährleisten lassen.

Unabhängige Praxistests und belastbare Angaben zu Zeit- oder Kosteneinsparungen liegen für diese Recherche nicht vor.


Quellen

  1. AEC Magazine, 3. November 2026: nCircleTech launches nVibe AI app builder
    https://aecmag.com/automation/ncircletech-launches-nvibe-ai-app-builder/

  2. nCircleTech: AI for AEC – 4 Principles for Better Workflows and Business Outcomes
    https://ncircletech.com/EN/blogs/ai-for-aec-4-principles-for-better-workflows-and-business-outcomes

  3. AEC Magazine AI Spotlight Directory: nVibe
    https://aidirectory.aecmag.com/entry/nvibe/

KI-Hinweis

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet. Die Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Fachveröffentlichungen und Herstellerinformationen. Produktversprechen werden als solche gekennzeichnet. Eine unabhängige technische Prüfung der Software wurde nicht durchgeführt.