Die Stadt Köln treibt seit mehreren Jahren die Digitalisierung im Bauwesen konsequent voran. Bereits 2014 wurden die Grundlagen gelegt, um die Methode des Building Information Modeling (BIM) in der städtischen Gebäudewirtschaft einzuführen. Ziel ist es, Bau- und Sanierungsprojekte effizienter zu gestalten und die Verwaltung der städtischen Immobilien nachhaltig zu verbessern.
Vom Planungswerkzeug zum Betriebsmotor
Während BIM zunächst überwiegend für die Planungsphase eingesetzt wurde, liegt der Schwerpunkt heute zunehmend auf dem Gebäudebetrieb. Neubauten, die mit BIM umgesetzt werden, bieten erhebliche Vorteile im späteren Betrieb: Daten zu Bauteilen, Materialien und technischen Anlagen stehen digital zur Verfügung und erleichtern Wartung, Instandhaltung und die Erfüllung gesetzlicher Betreiberpflichten. Auch im Gebäudebestand wird die Methode schrittweise genutzt, um Verwaltungsprozesse zu beschleunigen und transparenter zu gestalten.
Innovation durch digitalen Gebäuderessourcenpass
Ein besonderes Zukunftsthema ist der digitale Gebäuderessourcenpass, der seit 2023 in Pilotprojekten erprobt wird. Er soll Informationen zu den eingesetzten Materialien bündeln und Aussagen über CO₂-Emissionen, Abfallaufkommen sowie Recyclingpotenziale ermöglichen. Auf diese Weise können Gebäude im gesamten Lebenszyklus – von der Planung über den Betrieb bis zum Rückbau – unter Nachhaltigkeitsaspekten bewertet werden.
Beitrag zur Klimaneutralität
Mit Hilfe von BIM will die Stadt Köln einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung ihrer Klimaschutzziele leisten. Bis 2035 strebt die Stadt Klimaneutralität an. Die digitale Nachverfolgung von Baustoffen, die Bewertung der Kreislauffähigkeit sowie die Optimierung von Bauprozessen mit Blick auf Energieeffizienz sind zentrale Bausteine auf diesem Weg.
Perspektive und Standards
Damit die Vorteile von BIM langfristig und flächendeckend genutzt werden können, ist die kontinuierliche Weiterentwicklung von Standards und Schnittstellen notwendig. Einheitliche Vorgaben sollen gewährleisten, dass digitale Bauwerksmodelle von allen Beteiligten verlässlich genutzt werden können – von der Planung über die Bauausführung bis zum Betrieb.
Fazit:
Mit der Einführung und Weiterentwicklung von BIM hat die Stadt Köln frühzeitig die Weichen für eine moderne, nachhaltige und effiziente Gebäudewirtschaft gestellt. Durch den konsequenten Einsatz digitaler Methoden schafft die Stadt Mehrwerte für Planung, Betrieb und Klimaschutz gleichermaßen.