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BIM Deutschland: Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens mit der BIM-Methode

Die Methode des Building Information Modeling (BIM) verändert die Bauindustrie grundlegend, indem sie digitale Modelle für die Planung, Umsetzung und den Betrieb von Bauvorhaben nutzt. Diese Modelle enthalten zahlreiche geometrische und bauplanungsrelevante Informationen zu Gebäudestrukturen, Baumaterialien und Bauprozessen. Sie können auch dazu beitragen, bauordnungsrechtliche und bauplanungsrechtliche Verwaltungsverfahren weiter zu digitalisieren.

Forschungsprojekt zur BIM-basierten Baugenehmigung

Ein bedeutender Schritt in diese Richtung wurde mit dem Forschungsprojekt „BIM-basierter Bauantrag“ gemacht, das darauf abzielte, das Baugenehmigungsverfahren in Nordrhein-Westfalen effizienter zu gestalten. Dabei entstand eine Modellierungsrichtlinie, die auf der Landesbauordnung NRW basiert. Zudem wurden erste softwaregestützte Prüfmechanismen für relevante Aspekte wie Gebäudeklassen, Aufenthaltsräume, Nutzungseinheiten, Bruttogrundfläche (BGF), Nettoraumfläche (NRF) und Brandschutz entwickelt.

Das aktuelle Projekt „Evaluierung BIM-basierte Baugenehmigung“ baut auf diesen Erkenntnissen auf und untersucht deren praktische Umsetzung. Ziel ist es, Modellanforderungen, digitale Kommunikationswege sowie technische und organisatorische Rahmenbedingungen weiter zu optimieren. Durch diese Evaluierung sollen Effizienz und Praxistauglichkeit der digitalen Bauantragsprüfung beurteilt und Verbesserungspotenziale identifiziert werden.

Pilotprojekte in nordrhein-westfälischen Städten

Im Rahmen der Evaluierung werden acht Modellprojekte in verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens begleitet: Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Herne, Köln (zwei Projekte) und Münster. Diese Pilotvorhaben unterscheiden sich hinsichtlich Bauart (Neubau, Erweiterung, Sanierung) und Prüfverfahren (parallele, nachgelagerte oder vollständig BIM-basierte Prüfung). Zudem decken sie verschiedene Gebäudetypen wie Wohnbauten und Sonderbauten (beispielsweise Schulen oder Versammlungsstätten) ab.

Praxisnahe Erprobung und Weiterentwicklung

Das Forschungsprojekt wird durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW gefördert und von der Ruhr-Universität Bochum (Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen) in Zusammenarbeit mit der VSK Software GmbH umgesetzt. Die Bauaufsichtsbehörden der beteiligten Städte sowie Planerinnen und Planer sind aktiv eingebunden.

Regelmäßige Workshops und Erfahrungsaustausche ermöglichen eine fortlaufende Weiterentwicklung der Modellierungsrichtlinie. Dabei stehen unter anderem die Modellierung der Geländehöhe und die Berechnung von Rettungsweglängen im Fokus. In einem der Pilotprojekte, dem Neubau eines Lehrgebäudes an der Mont-Cenis-Gesamtschule in Herne, wird beispielsweise die Einhaltung der Schulbaurichtlinie NRW modellbasiert geprüft. Dies umfasst unter anderem die Grundflächenberechnung der Lernbereiche, die auch für Brandschutzvorgaben relevant ist.

Digitale Erfassung der Ergebnisse und nächste Schritte

Die Praxiserfahrungen der Beteiligten werden in einem digitalen Fragebogen dokumentiert. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für die Weiterentwicklung der Prüfregeln. Besonders komplexe Prüfverfahren sollen künftig teilweise automatisiert werden, um den Prüfprozess weiter zu vereinfachen. Zudem wird derzeit an einer verbesserten (visuellen) Darstellung der Prüfergebnisse im digitalen Modell gearbeitet.

Das Projekt läuft bis Ende 2025. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Mitte 2025 auf der Website www.bimbauantrag.nrw veröffentlicht, die derzeit noch im Aufbau ist.

Quelle: BIM-basierter Bauantrag: Effizienzsteigerung durch BIM – das Forschungsprojekt „Evaluierung BIM-basierte Baugenehmigung“ | BIM Deutschland

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